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Defizite in EU geraten außer Kontrolle 4/7/2004
In der EU bahnt sich ein finanzpolitisches Problem an: Nach Portugal, Frankreich und Deutschland muss die Kommission nun gegen drei weitere Länder ein Defizitverfahren einleiten. Betroffen davon sind Großbritannien, die Niederlande und Italien. Ausgerechnet im Jahr der EU-Erweiterung gerät die Schuldenpolitik zusehends außer Kontrolle. Eine neue Debatte über den Stabilitätspakt könnte die Folge sein.

Fünf Regeln

Die neuen EU-Länder müssen die Regeln einhalten, bevor sie den Euro einführen können. Euro-Länder kämpfen selbst mit den Kriterien.


Am 1. Mai werden zehn neue Länder der Europäischen Union beitreten. Den Euro, der für rund 300 Millionen Bürger in zwölf der bisher 15 EU-Staaten gilt, werden sie jedoch nicht automatisch einführen.

Allerdings dürften die Beitrittsländer die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen, die 1992 in Maastricht vertraglich festgelegt wurden.


Fünf Kriterien

Die Mitgliedsstaaten sollen einen hohen Grad an wirtschaftlichem Gleichlauf (Konvergenz) erreichen. Die für die Preisstabilität wichtigen Daten sollen sich an die der erfolgreichsten Länder annähern. Im Maastrichter Vertrag werden fünf Kriterien genannt:

Dreiprozentgrenze für Defizit

Das Haushaltsdefizit, also die Neuverschuldung, soll nicht mehr als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmachen.


60-Prozent-Regel für Gesamtschulden

Für die Gesamtschulden gilt: Das Verhältnis zwischen dem öffentlichen Schuldenstand und dem BIP sollte 60 Prozent nicht überschreiten.

Obergrenze für Inflation

Die Inflationsrate darf nicht mehr als 1,5 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der drei Besten liegen.

Stabiles Zinsniveau

Die langfristigen Zinsen dürfen nicht mehr als zwei Prozentpunkte über dem Durchschnitt dieser drei liegen.

"Testphase" für Wechselkurs

Der Wechselkurs muss sich mindestens zwei Jahre lang spannungsfrei und ohne Abwertung innerhalb der "normalen Bandbreiten" des Europäischen Währungssystems bewegt haben



NATO hat sieben neue Mitglieder 3/29/2004

Mit einem Festakt in Washington sind gestern sieben ehemalige Ostblock-Staaten offiziell der NATO beigetreten. Die Regierungschefs von Rumänien, Bulgarien, der Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland und Litauen hinterlegten in der von US-Außenminister Colin Powell geleiteten Zeremonie ihre Ratifikationsurkunden.

"Den sieben hier versammelten Regierungschefs und ihren Völkern sage ich: Willkommen in der größten und erfolgreichsten Allianz der Geschichte", sagte Powell. Die Erweiterung sei ein "historischer Schritt" auf dem Weg zur Vision, das europäische Gebiet von Freiheit und Sicherheit vom Baltikum zum Schwarzen Meer auszuweiten.

Begrüßung von Bush

US-Präsident George W. Bush hat die sieben neuen NATO-Mitglieder in einer Feierstunde im Garten des Weißen Hauses begrüßt. Er lobte die Beiträge der sieben Länder zur Befriedung Afghanistans und des Iraks.

Der Anti-Terrorkrieg sei die neue Herausforderung für die Allianz. "Terroristen hassen alles, was uns lieb und teuer ist. Sie versuchen uns zu entzweien. Aber sie werden scheitern", sagte Bush.

Einbürgerungsrekord: 3/30/2004

45.000 neue Österreicher

Die Zahl der Einbürgerungen ist auf einen absoluten Rekordwert gestiegen. 44.694 im Inland wohnhafte Personen haben im Jahr 2003 die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten.

Gegenüber 2002 (36.011 Einbürgerungen) bedeutet das nach Angaben der Statistik Austria einen Zuwachs um 24,1 Prozent. Innerhalb weniger Jahre hat sich die Zahl der Eingebürgerten insgesamt fast verdoppelt.

Im Jahr 2000 hatten nur 24.320 Personen die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten. Bezogen auf die zu Jahresbeginn 2003 in Österreich lebende ausländische Wohnbevölkerung (708.699) bedeutet das eine Einbürgerungsquote von 6,3 Prozent.

Insgesamt 132 Herkunfstländer

Unter den insgesamt 132 Herkunftsländern war laut Statistik Austria die Türkei mit 13.665 (30,6 Prozent) Eingebürgerten absoluter Spitzenreiter. Aus Serbien und Montenegro (ehemaliges Jugoslawien) kamen 9.836, aus Bosnien-Herzegowina 8.268, aus Kroatien 2.588 und aus Rumänien 2.096 Neo-Österreicher.

Zwischen je etwa 500 und 800 österreichische Staatsbürgerschaften wurden an Menschen aus Mazedonien (786), Polen (768), Ägypten (615), China (569) und Indien (525) verliehen. Den stärksten Anstieg gab es bei aus Serbien und Montenegro stammenden Personen mit einem Plus von 105 Prozent.

 


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